„Weil es zusammen besser geht!“ – dies war die zentrale Erkenntnis des ersten BerKo-Vernetzungstages am 4.12.2025 im VKU-Forum in Berlin. Insgesamt 65 Akteur*innen des Berliner Kooperationsverbundes aus den Pilotbezirken Spandau, Lichtenberg, Neukölln sowie weitere interessierte Expert*innen aus Arbeitsmarktförderung, Bildungsträgern, Volkshochschulen, Beratungen für Bildung und Beruf, Alpha-Bündnissen und aus der Wirtschaft kamen zusammen. Austausch und Vernetzung rund um die arbeitsorientierte Grundbildung standen im Fokus. Gemeinsam arbeiteten die Akteur*innen an konkreten Ideen, um gelingende Bildungswege bis in Arbeit für Arbeitsuchende, Auszubildende und geringqualifizierte Beschäftigte mit niedrigen Schriftsprachkenntnissen zu gestalten. Organisiert wurde der Vernetzungstag von den BerKo-Projektpartnern Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg, Lesen und Schreiben e. V. und der Stiftung Grundbildung Berlin.
„Weil es zusammen besser geht!“ – dies war die zentrale Erkenntnis des ersten BerKo-Vernetzungstages am 4.12.2025 im VKU-Forum in Berlin. Insgesamt 65 Akteur*innen des Berliner Kooperationsverbundes aus den Pilotbezirken Spandau, Lichtenberg, Neukölln sowie weitere interessierte Expert*innen aus Arbeitsmarktförderung, Bildungsträgern, Volkshochschulen, Beratungen für Bildung und Beruf, Alpha-Bündnissen und aus der Wirtschaft kamen zusammen. Austausch und Vernetzung rund um die arbeitsorientierte Grundbildung standen im Fokus. Gemeinsam arbeiteten die Akteur*innen an konkreten Ideen, um gelingende Bildungswege bis in Arbeit für Arbeitsuchende, Auszubildende und geringqualifizierte Beschäftigte mit niedrigen Schriftsprachkenntnissen zu gestalten. Organisiert wurde der Vernetzungstag von den BerKo-Projektpartnern Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg, Lesen und Schreiben e. V. und der Stiftung Grundbildung Berlin.
“Wenn wir gemeinsam aktiv werden und langfristig an der Lösung dieser Probleme zusammenarbeiten, wird sich etwas bewegen. Wir sind davon überzeugt, dass dies am besten in gemeinsamer Verbundarbeit gelingt” - so eröffnete Verbundkoordinator Henning Kruse den ersten öffentlichen Vernetzungstag des Berliner Kooperationsverbundes Arbeitsorientierte Grundbildung (BerKo). Ziel der Veranstaltung war es, Arbeitsmarkt-, Grundbildungs- und Wirtschaftsakteure stärker zu vernetzen, um Menschen mit geringen Grundkompetenzen durch gelingende Übergänge in Grundbildungspfade nachhaltig in Arbeit, Ausbildung und Weiterbildung zu begleiten.
Danach ging das Wort an Vertretende der Berliner Verwaltung als Mitglieder des BerKo-Beratungsgremiums, welches aus der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, der Senatsverwaltung für Arbeit und der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg besteht. So ordneten Frau Margrit Zauner, Abteilungsleiterin „Arbeit und Berufliche Bildung“ in der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, und Dr. Ulrich Raiser, Leiter des Referats „Erwachsenen- und Grundbildung, Lebenslanges Lernen, außerschulische Bildung“ in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin die Bedeutung des Projektvorhabens aus bildungs- und arbeitsmarktpolitischer Sicht für den Berliner Raum ein.
In einem Podiumsgespräch mit Kooperationspartnern aus der Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin, der Berliner Handwerkskammer, dem Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, der Volkshochschule Lichtenberg und Arbeit und Leben-Berlin-Brandenburg beleuchteten wir anhand konkreter Umsetzungsbeispiele aus der Praxis die Frage, wie arbeitsorientierte Grundbildungsangebote im Betrieb eine Brücke für gering Qualifizierte und Auszubildende mit niedrigen Grundkompetenzen für die nachhaltige betriebliche Integration werden können. Zentrale Erkenntnis war die Notwendigkeit der engen Kooperation zwischen Betrieben bzw. Kammern und Innungen mit den VHS zur Kursumsetzung aber auch mit Trägern wie Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg zur Bildungsplanung, um für Ihre Beschäftigten und Auszubildenden passgenau zugeschnittene Angebote am Arbeitsplatz realisieren zu können.
In drei anschließenden Workshops vernetzten sich die Akteure aktiv und diskutierten die Gestaltung von gelingenden Bildungs- und Beratungswegen bis in Arbeit (Grundbildungspfade) für die drei Zielgruppen des Berliner Kooperationsverbundes Arbeitsorientierte Grundbildung.
Workshop 1: „(Langzeit-)Arbeitslose in den Job begleiten“
Ulrike Busse und Sabina Grbo vom Verein Lesen und Schreiben e.V. haben in ihrem Workshop den Fokus auf drei Personas von langzeitarbeitslosen Menschen mit Grundbildungsbedarf gerichtet und deren Lernbiografien kleinschrittig visualisiert, sodass an einzelnen Lebensstationen deutlich wurde, wo gezielte Angebote und spezielle Fördermaßnahmen greifen könnten, um eine arbeitsorientierte Perspektive zu entwickeln.
Besonders sichtbar wurde, wie effektiv es ist, individuell auf die Lebenserfahrungen und Bedürfnisse von Langzeitarbeitslosen einzugehen. Durch den Austausch, verschiedener Perspektiven und der Expertise der Workshop-Teilnehmenden, wurden neue Ideen sowie praxisnahe und konkrete Lösungsansätze und Handlungsmöglichkeiten deutlich.
Der Workshop veranschaulichte, wie wertvoll ein individueller, ganzheitlicher Blick auf die Situation langzeitarbeitsloser Menschen für erfolgreiche Integrationsprozesse ist.
Ergänzt wurde diese Perspektive durch einen praxisnahen Einblick unseres Gastes Dr. Kai Lindemann vom Berliner Arbeitslosenzentrum evangelischer Kirchenkreise e. V., der im Interview seine Erfahrungen aus der Beratungsarbeit mit langzeitarbeitslosen Menschen teilte.
Workshop 2: „Ausbildungserfolg von Azubis sichern“
Wie eine funktionierende Unterstützung von Auszubildenden im Handwerk aussieht und auf andere Branchen übertragen werden kann, das besprachen Benedikt Eimann (Arbeit und Leben) mit den Ausbildungsbegleiterinnen Anna Vaclavicek und Georg Elfinger von der AzubiAkademie der Berliner Handwerkskammer und dem Workshopplenum.
Es komme darauf an, dass Organisationen mit ihrer jeweiligen Expertise in der Weise zusammenwirkten, dass insgesamt eine förderliche Situation für die Azubis mit Grundbildungsbedarf entstehe. Dazu zähle etwa, dass Lernangebote im Dialog von Bildungsträgern mit der jeweiligen Branche inhaltlich entwickelt und für die Teilnehmenden praktikabel und aufsuchend organisiert würden, schließlich kostengünstig und dauerhaft – etwa durch eine Volkshochschule - angeboten würden. Die Teilnehmendenansprache wiederum müsse durch Akteure erfolgen, denen die Zielgruppe ohnehin vertraue – in diesem Fall die Handwerkskammer. Auch eine erste Sprachdiagnose und der Verweis in das passende Angebot sollte in einem Umfeld stattfinden, das der Zielgruppe vertraut sei.
Workshop 3: „Geringqualifizierte im Betrieb weiterqualifizieren“
Johanna Lambertz und Marie Quiter von Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg diskutierten mit den Teilnehmenden die Möglichkeiten der passgenauen Umsetzung von arbeitsorientierter Grundbildung im Betrieb. Christopher Betz von der Immanuel Albertinen Diakonie gab hierzu anschauliche Einblicke in die betriebliche Praxis der Pflegehilfe. In gemischten Kleingruppen aus Arbeitsmarktförderung, Betrieben, Innungen, Bildungsträgern und Berufsberatungen suchten die Teilnehmenden gemeinsam nach Lösungsansätzen. Zentrale Erkenntnis war hier die Notwendigkeit der akteursübergreifenden Vernetzung, um, durch die gemeinsame Klärung von Umsetzungs- und Finanzierungsfragen, gelingende Angebote realisieren zu können.
In der abschließenden Verbundvollversammlung kamen alle Verbundakteure und interessierte Teilnehmende des Vernetzungstages zusammen. Linda Stein von der Stiftung Grundbildung Berlin diskutierte mit ihnen die zukünftige, inhaltliche Weiterarbeit des Berliner Kooperationsverbundes Arbeitsorientierte Grundbildung. So wurde von bisherigen Aktivitäten schon bestehender Arbeitsgruppen berichtet und neue Ideen und Bedarfe für neue Arbeitsgruppen aufgenommen. So diskutierten die Teilnehmenden der Verbundvollversammlung unter anderem Themen wie das Zusammenspiel der Bereiche Sprachvermittlung und Alphabetisierung, das Anpassen von Materialien und Prüfungsvoraussetzungen im Bereich der Grundbildung, die Zusammenarbeit verschiedener Berliner Akteure in der arbeitsorientierten Grundbildung und die gesellschaftliche Haltung zu geringer Literalität.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement beim ersten BerKo-Vernetzungstag und freuen uns auf alle neu dazukommenden Interessierten – auf ein vernetzungsreiches Jahr 2026 im Namen der arbeitsorientierten Grundbildung in Berlin!